ZWZ bleibt! ❤️ Zürich verändert sich. Freiräume verschwinden, Mieten steigen, nicht-kommerzielle Kultur wird verdrängt. Orte, an denen Menschen sich organisieren, ausprobieren und einbringen können, werden immer seltener. Genau deshalb braucht es die Zentralwäscherei. Die ZWZ ist kein gewöhnlicher Kulturort. Sie ist eine Plattform für politische und kulturelle Akteur:innen dieser Stadt. Hier entstehen Projekte, hier vernetzen sich Initiativen, hier wird diskutiert, ausgetauscht und gemeinsam die Zukunft und vor allem aber auch die Gegenwart mitgestaltet. Was hier passiert, findet sonst immer weniger Platz in Zürich. Auf dem Josef-Areal zeigt sich, was möglich ist, wenn Raum nicht nur nach Profit organisiert wird. Atelierplätze geben Künstler:innen die Chance zu arbeiten. Das Sportzentrum Josi schafft Zugang zu Bewegung und Gemeinschaft. Gruppen wie der Klimastreik, das Online-Magazin «das Lamm», die Bitwäscherei, der Verein Zentralwäscherei, oder die offene Reparaturwerkstatt ReCreaZZZ bringen gesellschaftliche Themen in die Stadt und machen sie sichtbar. Insgesamt beherbergt die ZWZ mehr als 44 Organisationen, Vereine, Atelierplätze, Personen und schafft insgesamt 400 Kulturangebote pro Jahr. Die ZWZ ist ein Ort, an dem Engagement konkret wird. Niederschwellig, solidarisch und offen für alle, die sich einbringen wollen. Doch genau solche Orte stehen unter Druck. Was nicht unmittelbar rentabel ist, wird verdrängt. Was sich nicht einpasst, muss weichen. Damit verliert die Stadt nicht nur Räume, sondern auch Vielfalt, Teilhabe und kritische Stimmen. Die Zentralwäscherei steht exemplarisch für das, was Zürich dringend braucht: selbstorganisierte Freiräume, die nicht von Konsumzwang geprägt sind, sondern von Gemeinschaft und Initiative. Sie ist ein Gegenentwurf zu einer Stadt, die immer glatter, teurer und exklusiver wird. Darum ist klar: Die ZWZ muss bleiben. Für eine lebendige Stadt. Für kulturelle Vielfalt. Für alle. Hier geht es zum Pressedossier! Antwort auf die Stellungnahme der FDP und die Haltung der NZZ zur Abstimmung Seit ihrer Eröffnung hat sich die Zentralwäscherei (ZW) zu einem wichtigen kulturellen und sozialen Ort in Zürich entwickelt: \*\*einem Ort, an dem kritische Reflexion, künstlerisches Experimentieren und marginalisierte Perspektiven Wurzeln schlagen und aufblühen können. \*\*Wie viele kulturelle Institutionen versteht die ZW Kultur nicht als etwas von der Gesellschaft Losgelöstes, sondern als lebendigen Raum, in dem gesellschaftliche Konflikte, Ungerechtigkeiten und Transformationen aktiv verhandelt werden. Wir sind ein gastronomischer Betrieb mit bezahlbaren Angeboten und ein Veranstaltungsort für Konzerte, Partys, Theater und Gespräche, doch unsere Gemeinschaft reicht weit über diese einzelnen Funktionen hinaus. Geprägt von den Dutzenden Menschen, die hier arbeiten, von den Freiwilligen, die ihre Zeit einbringen, und von den vielen weiteren, die kommen, um an dem teilzuhaben, was wir tun, ist die ZW untrennbar mit lokalen und internationalen Realitäten verwoben, die direkt oder indirekt das Leben all jener berühren, die diesen Ort zu dem machen, was er ist. Die ZW stellt sich seit jeher gegen jede Form von Diskriminierung. Grundlage dafür sind ein umfassendes Awareness-Konzept sowie interne Strukturen, die Selbstkritik und kontinuierliche Reflexion ermöglichen. Vorwürfe diskriminierenden Verhaltens und problematische Vorfälle wurden und werden ernst genommen, sorgfältig geprüft und transparent aufgearbeitet. Umso problematischer ist es, wenn einzelne politische Akteur\*innen solche Kritik instrumentalisieren, um einen Kulturort grundsätzlich infrage zu stellen und gesellschaftliche Vorstellungen zu delegitimieren, die nicht ihrem eigenen Weltbild entsprechen. Das zeugt weniger von demokratischer Verantwortung als von einem bemerkenswerten Mangel an Selbstreflexion. Was wir erleben, ist keine ehrliche Diskussion über demokratische Werte. Es ist Teil einer globalen Verschiebung des politischen Klimas, die auch Auswirkungen darauf hat, wie Institutionen öffentliche Angebote bereitstellen und schützen können. Diese Entwicklung begünstigt Budgetkürzungen und die Verdrängung genau jener Räume, die unsere Städte lebendig machen. Kulturorte geraten dabei oft als Erste unter Druck. Viele dieser Räume, die niederschwellige, nicht profitorientierte und nicht konsumorientierte Angebote schaffen, sind auf öffentliche Unterstützung angewiesen, um unter widrigen Bedingungen bestehen zu können. Diese Verschiebung ist eingebettet in einen politischen Trend, in dem rechte Kräfte – auch aus den Rändern demokratischer Institutionen heraus – von erzeugter moralischer Panik profitieren, um eine ideologisch motivierte Feindseligkeit gegenüber einer lebendigen und offenen Kulturszene zu rechtfertigen. \*\*Ebenso absurd ist der wiederholte Versuch, die ZW als antisemitisch darzustellen. Wir halten entschieden daran fest, dass Kritik an der Politik des israelischen Staates nicht mit Antisemitismus gleichzusetzen ist. Diese beiden Dinge systematisch miteinander zu vermischen, schadet ernsthaften Bemühungen, die reale Bedrohung durch Antisemitismus zu bekämpfen. \*\*Die ZW ist antirassistischer und antidiskriminierender Arbeit zutiefst verpflichtet: ein Engagement, das von vielfältigen Communities getragen wird, darunter auch jüdische Personen, die unsere Projekte und Veranstaltungen aktiv mitgestalten. Pauschale Vorwürfe wie die derzeit erhobenen treffen auch sie: Sie wirken sich unfair auf ihr Leben aus und machen die wichtige Arbeit unsichtbar, die sie leisten. Auch die Verweise auf Fundraising-Veranstaltungen von Students for Palestine werden wiederholt aus dem Zusammenhang gerissen, um eine breitere Erzählung moralischer Panik zu erzeugen. Wenn sich Einzelpersonen durch Veranstaltungen, Aussagen oder Inhalte im Zusammenhang mit der ZW verletzt oder betroffen fühlen, sind sie jederzeit eingeladen, auf uns zuzukommen und den Dialog zu suchen. In Wirklichkeit kommen die lautesten Angriffe jedoch nicht von betroffenen Communities, sondern vor allem von politischen Parteien, Medienkommentator\*innen und städtischen Behörden, die kalkulierte politische Agenden verfolgen. Besonders zynisch ist, dass diese Angriffe gerade von politischen Kräften vorgetragen werden, die sich in der Vergangenheit kaum durch glaubwürdiges Engagement für Integration, Diversität oder Antidiskriminierung hervorgetan haben. Im Gegenteil: Es sind häufig dieselben Akteurinnen, die Migrantinnen zu Sündenböcken machen und politische Programme unterstützen, die auf Ausschluss und Ungleichbehandlung aufgrund von Herkunft, Geschlecht oder Sexualität beruhen. Immer deutlicher wird zudem, dass Debatten über Geopolitik – insbesondere über Israel und Palästina – als besonderes Tabu behandelt werden. Die Forderung nach «Neutralität» dient in diesem Kontext oft nicht der Ausgewogenheit, sondern als Vorwand, um unliebsame Positionen aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen. Diese selektive Empörung offenbart einen politischen Doppelstandard und eine bedenklich illiberale Haltung von Parteien, die sich sonst gerne als Verteidigerinnen der Freiheit inszenieren. Wer freie Meinungsäusserung und respektvollen Dialog ernst nimmt, kann sie nicht nur dann verteidigen, wenn die geäusserten Positionen bequem sind. Schwierige Realitäten verschwinden nicht dadurch, dass man sie aus dem Diskurs ausschliesst. Zürich lebt von Orten, die nicht glatt, kommerzialisiert und austauschbar sind. Wer hier lebt, weiss, wie wichtig es ist, sich eigene Wege durch die Stadt zu suchen und Räume zu finden, in denen Begegnung, Kultur und politischer Austausch möglich sind. Wir alle profitieren von der Lebendigkeit, die solche Räume in den Alltag bringen – gerade dann, wenn alles grau und träge erscheint. \*\*Wir tragen eine kollektive Verantwortung dafür, dass die Kulturszene, die durch Kampf, Geduld und harte Arbeit entstanden ist, auch in den kommenden Jahren lebendig, unabhängig, und zugänglich bleibt. \*\*